BlueBrixx Die Geschichte des Fliegens COMMUNITY REVIEW | Set 103070

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BlueBrixx Die Geschichte des Fliegens COMMUNITY REVIEW | Set 103070 | von Marco P. | aus 2020 | 654 Teile | Keine Drucke | Gewicht: 440 g | 88 Bauschritte | Ohne Bauabschnitte | 12.5 x 10.0 x 48.0 (B x H x T) cm

Dies ist ein Beitrag von unserer Klemmbaustein Korrespondentin Mille Fiori. Werft auch mal einen Blick auf BlueBrixx STAR TREK Shuttle Typ 6 COMMUNITY REVIEW | Set 104182 und CaDA Japanese Tea Shop REVIEW | Set C66010W.

Verpackung und Inhalt

Die Geschichte des Fliegens ist ein Bluebrixx special. Das bedeutet: Der Karton ist schlicht gehalten, es gibt keine gedruckte Anleitung und keine Bauschrittunterteilung.

Im Karton befinden sich lediglich diverse Tüten mit den Steinen. Einige sind sortenrein, etliche andere zumindest grob ähnlich sortiert.

Das Set besteht aus 654 Steinen. Gebaut wird in 88 Bauschritten. Das heißt: In jedem Bauschritt werden im Schnitt 7,4 Teile verbaut. Die digitale Anleitung hat 91 Seiten und besteht aus einem Übersichtsbild, der Bauanleitung und einer Teileübersicht.

Leider gibt es, außer Anfangs- und Endjahreszahlen (1903 bis 1969), keinerlei historische Hintergrundinformationen zum Set und den dargestellten Objekten.

Das Set kostet (aktuell) 29,95 Euro. Das heißt: Der Teilepreis liegt demnach bei ca. 4,6 Cent.

Hintergrundinformation

Das Set zeigt in einem Diorama Die Geschichte des Fliegens anhand von fünf Meilensteinen.

In Modul 1 wird der Flyer der der Brüder Wilbur und Orville Wright gezeigt, der 1903 als (vermeintlich) erstes Motorflugzeug galt, welches auch wieder sicher landete. Der Erstflug dauerte 12 Sekunden, und man legte eine Strecke von 37 m zurück.

Modul 2 zeigt ein einmotoriges Propellerflugzeug, vielleicht eine P-51 Mustang; ein Tiefdecker welcher ab 1942 als Jagdflugzeug in verschiedenen Varianten und in hohen Stückzahlen im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

In Modul 3 ist ein Lockheed SR-71, genannt “Blackbird”, zu sehen. Dieses zweistrahlige Aufklärungsflugzeug erreichte eine Geschwindigkeit über Mach 3, war ab 1964 im Dienst der US Air Force und brach einige Geschwindigkeitsrekorde.

Modul 4 zeigt vermutlich die “Saturn IV”. Das ist eine Trägerrakete, die ab 1967 im Rahmen des “Apollo”-Programms entwickelt wurde. Neben der Rakete wird in rot eine Startrampe am Kennedy Space Center dargestellt.

In Modul 5 wird dann die Mondlandung 1969 symbolisch dargestellt: Es zeigt die Landefähre, die mit der Saturn IV erfolgreich zum Mond gebracht wurde und mit der man dann auf dem Mond gelandet ist. Seitlich ist (vermutlich) das Kommando- und Servicemodul der Apollo zu sehen, welches in der Umlaufbahn des Mondes blieb und mit welchem die Astronauten wieder Richtung Erde flogen.

Anleitung

Die Anleitung als pdf liegt in guter Qualität vor. Das Set lässt sich recht einfach bauen.

Leichte Probleme können auftreten:

  • bei den verschiedenen Blautönen, die etwas schwer zu unterscheiden sind. Hier sollte man ein, zwei Seiten vorblättern, um die blauen Steine korrekt zuzuordnen.
  • beim Zusammenbau des Wright-Flyers. In Bauschritt 31 musste ich die Bauteile, die auf der Rückseite der Platte angebracht werden, nicht auf die Negativnoppen setzen, sondern zwischen diese. Anders konnte ich das Gegenstück oben nicht korrekt am die Stangen klemmen.

Festzuhalten ist zudem, dass der Flyer im Set meines Erachtens falsch herum angebracht war: Das Leitwerk des Flyers war nicht, wie bei heutigen Flugzeugen, hinten angebracht, sondern definitiv vorne. Ich hatte etwas gehofft, dass man das bei der Neuauflage des Sets ausbessert. In meinem Modell habe ich den Flyer deswegen einfach umgedreht.

Bauschritte

  • Bauschritt 1 bis 3: Als erstes wird der Boden gebaut, der aus zehn schwarzen Platten mit 6 x 14 Noppen besteht und mit schwarzen Fliesen umrandet wird.
  • Bauschritte 4 bis 30: Auf die Platten werden die fünf verschiedenen “Untergründe” die vor allem aus etlichen Fliesen bestehen, gebaut und es werden die Standfüße für die “Flugobjekte” angebracht.
  • Bauschritte 31 bis 70: Während dieser Schritte werden die einzelnen Flugobjekte gebaut.
  • Bauschritte 71 bis 87: Es folgt der Zusammenbau des schwarzen Rahmens mit Vorderplatte und die Anbringung des Aufklebers.
  • Bauschritt 88: Als letzter Schritt wird der der Rahmen mit den bereits fertig bebauten Platten verbunden. Beim Bau der Platten hat sich die Oberfläche deutlich gewölbt, das wird hier mit dem Aufsetzen wieder “glattgebügelt”.

Teilequalität und Bauerfahrung

Die Teilequalität ist nur durchschnittlich, aber immerhin gleichbleibend.

An einigen Stellen konnte ich einige Teile nicht setzen, ohne ein anderes Teil wieder abzubauen. Die Haptik, welche für mich eine große Rolle beim Bauen spielt, ist eher dürftig. Die Teile lassen sich zudem oft nicht sonderlich gut verbauen, man muss sie teilweise “ruckelig” in Lücken zwingen, manchmal zweimal ansetzen und fest andrücken, bis sie knackend auf die Noppen aufsetzen.

Die Fliesen sind mit etlichen Mikrokratzern versehen und wirken dadurch matt. Dadurch, dass dies aber recht gleichmäßig verteilt ist, wirkt es nicht sonderlich störend.

Die Schwarztöne zwischen Steinen und Fliesen unterscheiden sich leicht, was man aber lediglich von der Seite betrachtet sieht; das stört also m.E. nicht.

Der Aufkleber mit der Aufschrift “The history of flight” ist weiß mit schwarzer Schrift und qualitativ gut, wird aber über zwei Fliesen angebracht, was man im Endergebnis auch sieht. Ein Druck wäre hier die deutlich schönere Alternative gewesen, gerade für so ein Diorama, welches als Schaustück dienen soll.

Dieses Set hat keine komplexen Bautechniken, dafür ist die Teilequalität ok. Insgesamt lebt das Set aber von der Idee, der schönen Darstellung und dem meist einfachen, entspannten Bau, neben dem man auch Filme anschauen oder sich unterhalten kann.

Darstellung

Die Geschichte des Fliegens ist als Idee gut dargestellt. Besonders gelungen finde ich den Untergrund, der mit der Flughöhe korreliert: Vom sichtbaren Gras bis zu der kleinen Stadt aus Vogelperspektive betrachtet über den Flug in etlichen Kilometern Höhe, von dem man schneebedeckte Berge und die Wolkendecke sieht über zum immer dunkler werdenden Himmel bis in den Weltraum mit den Sternen. Die kleinen, korrespondierenden Details wie die Startrampe passen sehr gut. Die Farben des ganzen Sets harmonieren sehr gut miteinander und geben ein buntes, aber nicht überladenes Bild. Ebenso gelungen finde ich die Idee, an der Erdoberfläche zu starten und schlussendlich auf dem Mond zu landen.

Die kleinen Flugobjekte sind sehr nett zu bauen und werden trotz der wenigen Teile gut dargestellt. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob die dargestellten Module gut ausgewählt wurden und ob evt. andere Flugobjekte aus zeitlicher oder örtlicher Perspektive besser in die Reihe gepasst hätten. So ein kleines Übersichtsset kann nur einen winzigen, begrenzten Einblick bieten. Das ist hier mit Beginn des Motorfluges über die dann gesetzten Meilensteine wie dem Propeller- und Überschallflugzeug über Weltraumflüge bis zur Mondlandung recht gut gelungen.

Zielgruppe

Die Geschichte des Fliegens dürfte natürlich alle Flugbegeisterten interessieren, die sich das aufgebaute Set sicher gerne auf ein Regal oder den Schreibtisch stellen. Durch den einfachen Bau ist sie auch für Anfänger geeignet - und eignet sich deswegen auch als Geschenk für solche.

Alle, die Spaß an Dioramen und kleinen gebauten Geschichten haben, dürften sich auch an diesem Set erfreuen. Schade nur für gerade diese Klientel, dass dem Set keinerlei Hintergrundinformationen beiliegen - wenigstens einen kleiner Zeitstrahl mit grundlegenden Bemerkungen zu den einzelnen Objekten hätte ich mir hier schon gewünscht.

Fazit

Schade bleibt (m.E.) der inhaltliche Fehler beim Bau des Wright-Flyers, dessen Leitwerk vorne war und nicht hinten. Wer das weiß, kann aber den kleinen Flyer einfach andersherum aufsetzen.

Die Geschichte des Fliegens überzeugt aber an sich durch seine Idee, die kurze, aber intensive Geschichte des (Motor-)Fluges in fünf Epochen zu skizzieren. Diese sind exemplarisch gewählt und decken bestimmte Meilensteine sehr gut und plakativ ab. Die farblich gute Wahl und der wirklich nett gestaltete Untergrund machen das Diorama zu einem lebendig anzusehenden kleinen Dokument der Zeitgeschichte.

Die Teilequalität ist dabei leider mäßig. Glück für das Set ist, dass es keine komplexen Bautechniken beinhaltet, und man deshalb keine größeren Schwierigkeiten beim Bau bekommt.

Danke fürs Lesen!