BlueBrixx niederländische Hausfassade Amstel 1 REVIEW | Set 104904

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BlueBrixx niederländische Hausfassade Amstel 1 REVIEW | Set 104904 | von Matteo | aus 2021 | 1549 Teile | Keine Drucke | Gewicht: 1170 g | Ohne Bauabschnitte | 7.0 x 57.9 x 17.0 (B x H x T) cm

Dies ist ein Beitrag von unserer Klemmbaustein Korrespondentin Stonegarden. Werft auch mal einen Blick auf Pantasy Food Street Series REVIEW | Sets 56001 56002 56003 56004 und LEGO Postkarte aus Australien REVIEW | Set 40651.

Einleitung

Heute schauen wir uns das erste der acht Häuser der Reihe „Niederländische Hausfassade“ von BlueBrixx an. In den beiden vorherigen Reviews über Amstel drei und sieben wurde das Thema „Grachtengürtel“ und der Fluss Amstel kurz in der Einleitung angesprochen. Heute geht es kurz darum, warum es in Holland allgemein nicht üblich ist, die Fenster mit Gardinen oder gar Rollläden zu bedecken. Häuser mit hellerleuchteten und sehr einsichtigen Fenstern direkt an der Straße ist ein Punkt, welcher vielen Touristen nicht nur im Amsterdam immer wieder auffällt.

Anders als in manchem Reiseführer dargestellt, gab es nie eine „Gardinensteuer“. Eine Steuer, welche umso höher ausfiel, je breiter das Haus an einer Gracht war, gab es hingegen schon (siehe Review Amstel drei).

Die Antwort ist einfach: Die Niederlande ist ein calvinistisch geprägtes Land. Die offenen Fenster symbolisieren eine moralische Offenheit und Ordnung, in welcher nichts hinter geschlossenen Gardinen versteckt werden muss. Bis heute hat sich dieser Trend zu keinen oder nur wenigen Gardinen fortgesetzt.

Das Amstel Eins hat für niederländische Verhältnisse recht viele Gardinen, nämlich im drei von vier Stockwerken. Was das Haus sonst noch zu bieten hat, könnt ihr hier lesen.

Verpackung, Inhalt und Anleitung

Das BlueBrixx-Special mit dem Namen „niederländische Hausfassade Amstel 1“ ist mit 1549 Teilen das zweitgrößte Haus dieser Serie.

Das Set wird in einem schlichten, unbedruckten Karton geliefert. Darin befinden sich 33 Beutel. Teilweise enthalten diese sortenreine Steine, teilweise ist alles durcheinander eingetütet. Wie immer empfehle ich ein Vorsortieren, damit später das Bauen zügiger von der Hand geht. Eine gedruckte Anleitung liegt nicht bei. Bauen mit der digitalen Anleitung funktioniert aber ganz wunderbar!

Bauerfahrung und Design

Das Haus wird auf einer Fläche von 20x 8 Noppen gebaut. Die Grundplatte besteht aus zwei Platten (16x8 und 4x8). Das Erdgeschoss besteht aus drei schwarzen Türen. Im oberen Drittel der Türen befindet sich ein Sprossenfenster. Dahinter, im Inneren werden bunte 1x1 Fließen so angebracht, dass sie von außen sichtbar sind, was einen netten Laden oder eine Galerie vermuten lässt. Eine Treppe führt ins erste Stockwerk. Unter der Treppe befindet sich ein Fenster mit zwei Ladeklappen. Auf dem Gehweg steht ein netter kleiner Tisch mit einer Kiste, in welcher sich drei bunte Teile befinden, vielleicht Bücher. Auf der rechten Seite grenzt ein Gitter den Gehweg des Gebäudes ab. Dieses lässt sich jederzeit abnehmen, sollte es nicht gefallen.

Weiter geht es mit einem entspannten Bau der Stockwerke eins und zwei. Es gibt dort keine Schwierigkeiten oder besondere Bautechniken. Alles wird solide miteinander verbunden, so dass genügen Halt beispielsweise über der Tür entsteht. Die Fenster dieser beiden Stockwerke sind schwarz, davor ist ein weißer Rahmen. Die Fassade ist schwarz mit weißen Zierelementen. Über dem ersten Stockwerk ist eine Halterung, an welche eine Fahne oder Ähnliches angebracht werden kann. Es ist jedoch in diesem Set nichts dafür vorgesehen.

Im dritten und vierten Stockwerk kommen die roten Mauersteine zum Einsatz. Die Fenster sind etwas größer als in den Stockwerken darunter. Sie sind ebenfalls weiß mit einem schwarzen Rahmen davor. Die beiden Stockwerke sind vom Design und der Bauweise identisch. Lediglich die Vorhänge im mittleren Fenster unterscheiden sich etwas und sollen etwas mehr Einblick oder Ausblick ermöglichen.

Das Haus hat nun mit den vier Stockwerken schon eine ordentliche Höhe. Es fehlt noch der Giebel, welcher mit zwei runden Fenstern und einem größeren Fenster in der Mitte ausgestattet wird. Neben den runden Fenstern war es nicht möglich mit den Mauersteinen zu arbeiten, so dass an dieser Stelle nun andere rote Steine sind. Aus der Nähe betrachtet stört mich dies etwas, aus der Ferne spielt es keine Rolle mehr.

Ganz oben unterm Dach befindet sich noch ein sehr kleines Fenster und darüber der typische Flaschenzug, welcher an keinem Haus an der Amstel fehlen darf. Der Dachfürst ist treppenartig gebaut und rundet das harmonische Design ab.

Das Dach selbst wird im Vergleich zu Amstel drei und sieben nicht mit schwarzen einfachen Platten gebaut, sondern erhält braune 2x2 Fließen und in Kombination mit dem Schwarz entstehen hier zwei sehr schöne Dächer.

Insgesamt ist das Haus trotz seiner Höhe sehr stabil. An beiden Seitenwänden fehlen an jeweils drei Stellen kleinere Teile. Diese kleinen Löcher sind der Anleitung folgend gewollt. Der Sinn dieser Löcher erschließt sich mir nicht. Bekommt das Haus später Nachbarn sieht man sie nicht mehr und auch von vorne betrachtet fallen sie überhaupt nicht auf.

Teilequalität

Wie bei den anderen Sets dieser Reihe auch, gibt es kleinere Qualitätsprobleme. Die Türen beispielsweise lassen sich teilweise nur sehr schwer zusammenbauen und öffnen, was jedoch auch nicht vorgesehen ist. Ein Fensterladen war zu klein. Er passte in keines der Fenster und fiel sofort wieder heraus. Mit etwas Frischhaltefolie habe ich an dieser einen Stelle nachgeholfen und nun passt dies auch.

Einige der roten Mauersteine haben Kratzspuren. Die sichtbaren Fliesen haben kleinere Mängel. Ein kleiner Kritikpunkt, welcher jedoch eher zur Bauerfahrung passt, gibt es noch: Links neben der Eingangstür ist eine 1x1 Säule und darüber noch eine. Zwischen diesen beiden Säulen ist noch ein halber Millimeter Luft und man könnte diese beiden Elemente problemlos herausziehen. An der Grundstabilität des Gebäudes ändert diese kleine Schwachstelle jedoch nichts.

Fazit

Das Amstel eins beschert eine angenehme Bauerfahrung (abgesehen vom Anbringen des Daches). Die Farbauswahl (rot-weiß-schwarz-grau) und das ganze Design sind sehr stimmig und ergeben ein schönes Endprodukt. Mit einer Höhe von 57 cm ist es 6 cm höher als Amstel drei. Die Tiefe ist mit 6,5cm bei allen Gebäuden identisch. Es ist 16 cm breit.

Das Gebäude zieht auch als Einzelgänger die Blicke von Besucher auf sich. In der Kombination mit zwei, drei, vier anderen Gebäuden macht es noch mehr Eindruck und bringt ein wenig Amsterdam-Feeling ins eigene Wohnzimmer. Die Anleitung erklärt gut die einzelnen Bauschritte und so kann das Set auch problemlos von Menschen mit wenig Bauerfahrung gebaut werden. Lediglich das Vorsortieren der Teile ist im Vergleich zu anderen Sets etwas nervig. Die Bauerfahrung und das fertige Set entschädigen das aber zu 100%. Mich verzaubert der Anblick meiner inzwischen drei Amsterdam-Häuser immer wieder aufs Neue und ich würde sie wieder kaufen.

Danke fürs Lesen!