Lightailing oder BriksMax? - Zwei LEGO-Set Beleuchtungskonzepte im Vergleich

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Wir schauen uns die beiden Beleuchtungskonzepte von Lightailing an, die unter den Marken Lightailing und BriksMax vetrieben werden.

Dies ist ein Beitrag von unserem Klemmbaustein Korrespondenten Breaaad. Werft auch mal einen Blick auf LEGO Star Wars™ TIE Bomber™ REVIEW | Set 75347 und BlueBrixx Empire State Building COMMUNITY REVIEW | Set 105171. Folgt und liked auf Instagram und Rebrickable.

Einleitung

Wolltet ihr auch schon immer eure LEGO -Sets beleuchten, wisst aber nicht, welchen der marktführenden Anbieter ihr wählen sollt? Diese schwierige Frage kann ich nicht per se beantworten, ich habe jedoch sowohl Lightailing als auch BriksMax ausprobiert und werde bei beiden von den Vor- und Nachteilen berichten.

Lightailing

Mit dem Kit von Lightailing habe ich vor meinen LEGO Star Wars™ BD-1™ zu beleuchten. Da der Droide in seinen Erscheinungen in diversen Star Wars Medien mit vielen Lämpchen beleuchtet ist, sah ich die Beleuchtung hier als am besten geeignet an. Bei anderen Beleuchtungssets von beiden Herstellern werden oft Teile und Bereiche beleuchtet, die in meinen Augen nicht beleuchtet werden müssten.

Nach Öffnen des kleinen, aber ordentlich bedruckten Kartons, findet man im Inneren neben einer Garantie-Karte die Einbauanleitung sowie zwei Zip-Beutel. Einer beinhaltet eine Batteriebox mit systemkompatiblen Noppen, der andere das gesamte Beleuchtungsset an einem fest gelöteten Strang.

Der Einbau des Kits verläuft überraschend einfach. Das liegt vor allem an der sehr detaillierten Anleitung, die jeden einzelnen Schritt akribisch erklärt. Die dünnen Kabel werden meist zwischen zwei Noppen verlegt, sodass sie nicht beschädigt werden, und sind meist sehr gut versteckt. Nur an den „Augen“ der Figur stören mich die Kabel leicht. Hier hätte man vielleicht Kabel in einer anderen Farbe wählen sollen, um sie besser zu verstecken.

Wo nötig, bei 1x1 Teilen, sind die LEDs mit mitgelieferten Teilen bereits fest verbunden, vermutlich geklebt. Dies erleichtert den Aufbau, vor allem im Vergleich zum anderen Kit, aber dazu komme ich noch. Das Set besteht zum größten Teil aus beleuchteten 1x1 round plates für das blaue Muster am Hinterkopf, ein Auge und eine rote LED an der Seite des Kopfs. Des Weiteren sind eine 1x2 und eine 1x4 plate mit LEDs an der Unterseite eingebaut, welche unter den Kopf und unter den Torso geklemmt werden, um das Set umfassender zu erleuchten. Ein Special-Teil wird für das größere Auge verwendet und sieht nach einer extra für 2x2 round tile angefertigten Platine mit mehreren LEDs aus.

Nach einem kurzen, aber abwechslungsreichen Umbau, hat man am Ende einen netten, beleuchteten Droiden vor sich stehen, der durch die regelmäßig abwechselnd blinkenden blauen LEDs auf der Rückseite sogar ein wenig lebendig wirkt.

Wenn man bereit ist für das 100€ Set noch mal ca. ein Viertel der UVP für die Beleuchtung auszugeben ist man hier bestimmt nicht enttäuscht… aber. Der einzige wirkliche Kritikpunkt an diesem Beleuchtungsset ist die nicht vorhandene Flexibilität. Die LEDs sind von Anfang an fest in einen Kreislauf gelötet was bedeutet, dass das Set nur zwei Modi hat: An und Aus. Man kann also zum Beispiel nicht nur die Augen leuchten lassen, oder nur die Hinterkopf-LEDs.

Bei größeren Sets scheinen allerdings Fernbedienungen dabei zu sein, womit man die Beleuchtung zumindest bedingt variabel ansteuern kann.

BriksMax

Das BriksMax-Projekt wird ein Größeres: Beleuchtet wird das LEGO Star Wars™ Republic Gunship™ . Das Bleuchtungsset kommt in einer nur geringfügig größeren, dafür enger gepackten Box als das BD-1 Kit an. Sie beinhaltet ebenso eine Garantiekarte.

Bei diesem Kit ist die Bauanleitung jedoch in zwei Heftchen unterteilt und die Beleuchtungskomponenten kommen in mehreren (fast) sortenreinen Zip-Beutelchen. Kurze Zwischenbemerkung: Die Nylon-Schnüre, die auf folgenden Bildern gegebenenfalls zu sehen sind, stammen weder aus dem LEGO- noch aus dem BriksMax-Set, sondern sind eine selbstgemachte Deckenbefestigung, die nur irreversibel abzunehmen ist.

Die Anleitung ist grundlegend ähnlich aufgebaut wie die Lightailing-Anleitung: Es wird in kleinen Schritten mit „echten“, also nicht gerenderten, Bildern gezeigt was wie und wo verbaut werden soll. Im Gegensatz zum Star Wars™ BD-1™ Bleuchtungsset müssen hier wesentlich größere und mehr Teile abgebaut werden, was zuerst nervig wirken könnte, am Ende erleichtert dies jedoch die Verkabelung der einzelnen Komponenten.

Nach der großen Zerlegungs-Aktion sieht das Modell wie folgt aus. Man zerlegt in späteren Schritten noch weitere kleine Teile.

Sobald man beginnt das eigentliche Kit zu verlegen, fällt sofort der größte Unterschied von BriksMax zu Lightailing auf: Es besteht ausschließlich aus einzelnen Komponenten, die ineinandergesteckt werden müssen. Im Set befinden sich verschiedenfarbige LEDs, Verlängerungskabel, kleine LED-Streifen, Verteilerstecker und Steuerplatinen. Dies führt zu einer größeren Flexibilität bei ungewünschten Beleuchtungen, indem man LEDs einfach weglässt, aber auch zu einem weitaus zeitaufwendigeren Einbau.

Trotz der erhöhten Komplexität verläuft der Einbau nahezu problemlos. Es gibt nur eine Stelle, an der das Einkleben eines LED-Streifens durch die baulichen Gegebenheiten des Sets kleine Finger oder viel Geduld erfordert, siehe folgendes Bild.

Fast jede LED wird in diesem Set auf eine andere Art und Weise verbaut. In den zwei Geschützen an der Front wird zum Beispiel eine winzige LED zwischen die „Zähne“ eines Pins gelegt, wo sie dann von einem umschließenden 1x1 Liftarm festgehalten wird.

Die Verkabelung zwischen den einzelnen LEDs erfolgt größtenteils, wo möglich, innerhalb des Modells. Die Kabel sind so nicht sichtbar. Der Bereich unterhalb der Cockpits dient als Haupt-Kabelkanal und auch als „Steuerzentrale“. Dort befinden sich am Ende die Haupt-Steuerplatine (Bild Oben-Mitte) und eine weitere Platine, die das Pulsieren der Geschütz-LEDs steuert (Bild Links-Unten). Bei letzterer lässt sich die Frequenz des Geschütz-Leuchtens mit einem Drehknauf steuern. Man sollte sich jedoch schon im Bau für eine Geschwindigkeit entscheiden, da man am Ende nur noch schwer an die Platine kommt. Meine Kabellegung sieht auf dem folgenden Bild sehr unschön aus… aber sie funktioniert. In der Anleitung wird vorgeschlagen gemeinsam verlaufende Verlängerungskabel miteinander zu verzwirnen, was durch die Starrheit der - im Vergleich zu Lightailing - dickeren Kabel aber nur schwer machbar ist.

Nach einem weitaus längeren, aber trotzdem spannenden und lohnenden Bau hat man das majestätische Gunship nun in seiner vollen beleuchteten Pracht vor sich stehen. Hier hört es aber noch nicht auf: Durch eine mitgelieferte Fernbedienung lassen sich unterschiedliche Sektionen der Beleuchtung an- und ausschalten, um eine individuellere Optik zu erzeugen.

Separat ansteuerbar sind die folgenden Bereiche:

  • Cockpit- & Fußboden-Beleuchtung (beides hellblau)
  • Deckenbeleuchtung des Truppentransportraums (weiß)
  • Die vier Geschützkugeln im Inneren (hellblau)
  • Die Geschützlaser (Front, Mitte & Hinten) und die
  • Raketen unter den Flügeln

Bis auf letzteren Bereich, lassen sich die meisten LEDs über die Fernbedienung auch dimmen. Die Einstellung wird jedoch beim Anschalten von weiteren Abschnitten und beim allgemeinen an- und ausschalten zurückgesetzt, womit ich auch schon bei meiner kleinen Kritik angekommen bin.

Grundsätzlich gibt es auch hier nicht viel zu meckern: Einsteigend würde ich mir wünschen, dass die Verpackung ein wenig optimiert wird, sodass man am Ende nicht etliche BriksMax-beschriftete Zip-Beutel herum liegen hat, die nur schwer wiederverwendet werden können und letztendlich im Müll landen.

Weitaus weniger subjektiv sind kleine Mängel in der Anleitung. An manchen Stellen ist es nur schwer bis gar nicht ersichtlich, wo genau ein Verlängerungskabel durchgeführt werden muss. Am Ende hat alles bei mir funktioniert, jedoch kamen mir manche Kabel ein wenig kürzer vor als in der Anleitung dargestellt, was vermutlich daran lag, dass diese in der Anleitung effizienter verlegt wurden. Der ein oder andere Pfeil oder ein Anleitungsschritt mehr hätte hier vermutlich gut geholfen.

Mein letzter Punkt ist Vor- und Nachteil zugleich: Im Inneren des Sets wird eine Batteriebox mit verbaut. Der klare Vorteil hierbei ist, dass man keine lästigen Kabel hat, die man nach außen laufen sieht und die dann irgendwo eingesteckt werden müssen. Der Nachteil ist aber, dass man nur schwer an die Batteriebox kommt, sowohl zum an- und ausschalten als auch zum Wechseln der Batterien. Man kann die LEDs zwar über die Fernbedienung an- und ausschalten, der Standby-Betrieb der Platine zieht auf Dauer aber auch eine geringe Menge Strom.

Ich habe das Ganze nicht langfristig getestet, aber zum Glück liegt dem Kit auch ein alternativer USB-Stecker bei. Ich habe an anderer Stelle des Sets eine kleine Powerbank eingesetzt, mit dem USB-Stecker verbunden und so kann ich die Beleuchtung nach Belieben anschalten und auch aufladen. Mit ca. 17% der (neuen) UVP des LEGO -Sets kann man sich hier nichtsdestotrotz das ohnehin imposante Star Wars™ Republic Gunship™ noch aufbessern und fast schon als eigenständige Raumbeleuchtung nutzen.

Welches Konzept ist besser?

Die kurze Antwort: Keines. Beide Konzepte bzw. Marken haben gewisse Vorteile, auf die man bei der Kaufentscheidung achten sollte, um nicht zu viel Geld auszugeben oder beim Einbau zu gefrustet zu sein.

Lightailing ist je nach Set günstiger bis wesentlich günstiger (BD-1 24.99$ vs. 33.99$ / Republic Gunship 36.99$ vs. 69.99$), bietet dafür jedoch weniger Anpassungsmöglichkeiten bzw. kann man die Komponenten auch nicht wirklich für andere Sets oder MOCs verwenden. Dafür ist wiederum der Aufbau einfacher, da man nicht konstant kleine Stecker ineinandersteckt und darauf achten muss, dass alles richtig ineinanderpasst. Wenn man also ein Set beleuchten möchte und mit der Beleuchtungsauswahl von Lightailing zufrieden ist, dann würde ich allein durch den Kostenfaktor diesen Anbieter empfehlen.

Wenn man aber bei einem Set eine bestimmte Lichtergruppe ohne selbst zu löten weglassen möchte und/oder das Set in Zukunft anderweitig verwenden möchte, dann würde ich eher zu BriksMax greifen, auch wenn es ein wenig teurer ist.

Ich hoffe unentschlossenen Beleuchtungs-Fans bei ihrer Entscheidung ein wenig geholfen zu haben. Der Vergleich ist durch die Unterschiede zwischen den LEGO -Sets nicht perfekt, leider habe ich kein Set zweimal, um beide Konzepte an einem zu testen. Abschließend lässt sich nur sagen: Beide Kits waren wesentlich frustfreier und schneller zu installieren und sind am Ende kabeltechnisch unauffälliger, als wenn ich alles selbst gelötet hätte.

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Danke fürs Lesen!