CaDA Japanese Tea Shop REVIEW | Set C66010W

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CaDA Japanese Tea Shop REVIEW | Set C66010W | von Exe Sandbox | aus 2022 | 1200 Teile | 190 Bauschritte | 3 Bauabschnitte | 15.1 x 21.6 x 20.3 (B x H x T) cm

Dies ist ein Beitrag von unserer Klemmbaustein Korrespondentin Mille Fiori. Werft auch mal einen Blick auf BlueBrixx STAR TREK Shuttle Typ 6 COMMUNITY REVIEW | Set 104182 und BlueBrixx Die Geschichte des Fliegens COMMUNITY REVIEW | Set 103070.

Hersteller und Hintergrundinformationen

CaDA hat inzwischen drei Gebäude herausgebracht, die insgesamt eine Straßenansicht in einer modernen japanischen Szenerie darstellen.

Eines dieser Gebäude ist das Japanese Tea Shop , die anderen beiden sind der Japanese Steamed Bun Shop und der Summer Japanese Coffee Shop .

Designer aller drei Sets ist der aus Malaysia stammende Ton Xin Jung, der sich Exe Sandbox nennt. Die Sets sind von CaDA lizensiert. Hier wird im Detail das Teehaus vorgestellt.

Größe

Das Gebäude steht auf einer zusammengebauten Grundplatte mit dem ungewöhnlichen Format von insgesamt 23 mal 16 Noppen. Mit allen Anbauten, seitlich und nach vorne, misst das Set etwa 20,3 cm x 15,1 cm und ist ca. 21,6 cm hoch.

Die beiden Anleitungen sind mittig geheftet. Zusammengeklappt sind sie je 20,8 cm x 17,8 cm groß.

Verpackung und Inhalt

Da direkt aus China geliefert wurde, lag keine Umverpackung bei. Die Kartons der anderen beiden Sets sind aber sehr hochwertig gestaltet, jenes des Teehauses sieht auf den Bildern ähnlich aus.

Zum Japanese Tea Shop gehören:

  • mehrere Packungen Bausteine für drei Bauabschnitte, meist inhaltlich grob vorsortiert.
  • eine Lichterkette mit USB-Anschluss, zu schalten in mehreren Modi
  • zwei gedruckte Anleitungen
  • zwei Stickerbögen
  • ein CaDA-Teiletrenner
  • eine Herstellerkärtchen von CaDA auf Chinesisch, auf welchem erklärt wird, wie man fehlende Teile nachfordert

Gefehlt hat mir eine dunkelbraune 1x1 Fliese, dafür lag eine überzählige 1x1 Fliese in hellbraun bei. Ich schließe nicht aus, dass ich mich irgendwo verbaut habe oder mir das Teil abhandengekommen ist.

Figuren liegen nicht bei, sind auch nicht eingeplant.

Anleitung und Bauerfahrung

Das Japanese Tea Shop besteht aus 1200 Teilen und ist damit das größte der Reihe. Gebaut wird in drei Bauabschnitten mit insgesamt 190 Bauschritten. Pro Bauschritt werden also im Schnitt ca. 6,3 Teile verbaut.

Auf den ersten Seiten vom Heft eins wird der Gebrauch des Teiletrenners und die Bedienung der USB-Lichterkette aufgezeigt. Zusätzlich gibt es in englischer Sprache noch ein kurzes Grußwort des Designers. Am Ende vom Heft zwei hängt eine Teileliste an.

Das Set lässt sich insgesamt gut bauen: Es gibt weder verdeckte Teile noch unklare Positionierungen. CaDA arbeitet mit Pfeilen und roten Umrandungen, wenn Teile neu eingebaut werden.

Ein Problem stellen allerdings Farbunterschiede zwischen Druck und Teilen dar. Vor allem die erdigen Farbtöne wie dunkelbraun oder hellbraun sind sehr schwer zu unterscheiden. Gerade zu Beginn muss man sehr genau hinschauen. Dark tan wirkt in der Anleitung wie ein grün-grau, dunkelblau ist so dunkel, dass man Oberflächenstrukturen kaum mehr erkennt. Das trübt das Bauerlebnis etwas.

Ein größeres Bauproblem ergibt sich beim Dach des zweiten Stockwerkes, welches gleichzeitig die Unterseite des Dachs darstellt. Dort werden im Bauschritt C1/C2 diverse 2x2 Fliesen invers an eine Platte 16 x 8 angebracht. Das führt dazu, dass sich die Dachplatte biegt und überhaupt erst nach Entfernung fast aller Fliesen angebracht werden kann.

Beim Versuch, die Platte geradezubiegen, fallen teilweise die Fliesen ab. Nach Fertigstellung des kompletten Gebäudes habe ich die Fliesen wieder vorsichtig angebracht, allerdings wölbt sich die Dachkonstruktion immer noch, es bleibt ein deutlich sichtbares Spaltmaß, und die Fliesen lassen sich auch gar nicht plan anlegen.

Meiner Ansicht nach hat es eher nichts mit der Teilequalität zu tun, sondern liegt am einseitigen Druck auf die Platte, der durch Aufbringung der Fliesen herrscht. Ich selbst habe keine Lösung gefunden: Man muss also m.E. entweder damit leben oder die Dachfliesen entfernen.

Teilequalität

Die Teilequalität der Steine selbst ist gut. CaDA baut sich meiner Ansicht nach “weich”, das heißt: Teile lassen sich gut ohne Knacken und ohne Gewalt anzuwenden aufbringen, ohne dass die Klemmkraft zu gering wäre. Es gab keinerlei sichtbaren Farbdifferenzen, keine Fehlgüsse. Die Teile sind, was mir besonders wichtig ist, haptisch sehr angenehm. Aus meinen Erfahrungen heraus schätze ich die CaDA-Bausteine als höherwertig sein - sie sind qualitativ fühlbar um einiges besser als z.B. Teile von Xingbao .

Was CaDA immer noch nicht kann, sind die einzusetzenden Scheiben der kleinen Fenster. Es bleibt eine Überlegung, sich diese Scheiben extra zu besorgen. Ja, man ärgert sich! Und wenn man es weiß, sieht man es eben auch. Die kleinen Fenster haben einen so deutlichen Gusspunkt, dass es wirklich hässlich zu nennen ist. Dieses Problem hatte ich bei allen der drei Sets, es zieht sich also durch.

Schade, denn die großen Fenster und die Einsätze für die Türrahmen sind völlig klar und kratzerfrei, diese waren sogar einzeln verpackt. Merkwürdiges Detail: eines dieser Fenster wird völlig verbaut; es ist nach Einbau gar nicht mehr zu sehen.

Sticker

Drucke liegen - auch CaDA-typisch - keine bei. Es gibt zwei Stickerbögen, wobei die meisten Sticker meines Erachtens nicht angebracht werden müssen. Sinn macht vielleicht noch das Schild auf dem Dach mit “Japanischer Teeladen”, evt. noch der Sticker auf der Matte vor der Haustüre, auf welchem auf Japanisch “Herzlich willkommen” steht.

Etliche der kleinen Sticker sind für die Getränke im Automaten: diese habe ich weggelassen. Andere Sticker habe ich vereinzelt angebracht, so z.B. die Straßenschilder.

Immerhin: Die Sticker haben eine gute Qualität und lassen sich beim fehlerhaften Anbringen auch nochmals abziehen und neu anbringen.

Details

Das Set hat, wie die anderen beiden auch, einige raffinierte Bautechniken und nette Details sowohl im Inneren wie auch außen:

  • Das Haus ist kein echtes, typisches Modulargebäude. Es hat vier Wände, lässt sich aber dennoch öffnen: Die Hinterwand ist durch den Einbau einer 1x2er Platte mit Führungsschiene mit einem Schiebemechanismus gesichert und lässt sich herausschieben. Während des Baus wirkt das zunächst etwas wackelig. Die Wand wird in Bauabschnitt zwei separat gebaut und dann in eine Schiene eingehängt. Das war etwas hakelig. Nach Beendigung des Baus steht aber alles stabil. Wie bei den anderen beiden Sets auch, gibt es verschiedene Öffnungsmechanismen.
  • Die Eingangstüren und die obere Balkontüre sind Schiebetüren.
  • Im unteren Stockwerk befindet sich das eigentliche Teehaus mit Verkaufstresen, Tisch, einem Regel unter der Treppe und etwas Deko. Der Boden ist gefliest.
  • Der obere Stock wirkt eher wie ein Privatraum mit mittigem Tisch, zwei Hockern, einem Regal, einem Bild und einer Schrankwand. Der Boden ist in SNOT (Studs Not On Top) Technik gearbeitet. Teilweise werden Elemente nur eingeklemmt, was sehr gut aussieht und auch hält. Damit ist dieser Boden (quasi) auch gefliest.
  • Außen gibt es einen roten Getränkeautomaten und einen mit Blumentöpfen nett gestalteten Außenbereich. Hinten ist ein Gitter und nochmal einige Blumentöpfe. An der Fassade befinden sich noch mehrere kleine Anbauten, die z.B. zu einer Lüftungs- oder Klimaanlage gehören könnten.
  • Etwas schwer tue ich mich noch, wie auch bei den anderen Sets, mit sehr prominent platzierten und massiv wirkenden Masten. Ich weiß nicht, ob das “typisch japanisch” ist? Wen es stört, kann diese aber auch völlig problemlos weglassen.
  • Die Farbgestaltung gefällt mir sehr gut: Das dark tan der Außenwand harmoniert prima mit dem Dach in blau. Die Dachschindeln gefallen mir außerordentlich gut. Der rote Getränkeautomat ist ein sehr schöner Farbtupfer und die kleinen Details in weiß, grau und etwas grün passen m.E. erstaunlicherweise ziemlich gut.

Beleuchtung

Die Beleuchtung besteht aus einer Lichterkette mit acht, an einem dünnen Draht befestigten, kleinen Lämpchen. Die Stromzufuhr kommt durch einen USB-Stecker, der z.B. an eine Powerbank gehängt werden kann.

Der Einbau der Beleuchtung ist schon in der Anleitung integriert. Allen drei Gebäuden liegt das gleiche Lichterset bei. Der Einbau ist recht ähnlich und wird durch an in die Wand integrierte Führungsösen mittels eines “Lampenhalters” gelöst. An den Decken befinden sich transparente 2 x 2er Rundplatten mit abgerundeter Unterseite. Die Länge reicht auf jeden Fall aus. Man muss aber etwas probieren, dass die Lichtstärke in beiden Räumen etwa gleich ist und sich kein Licht in den Führungsösen verhakt. Teilweise sind (mir) die Lücken zwischen Lichtern zu groß. Ich habe in der unteren Etage drei Lichter verbaut, im Treppenhaus dann zwei und in der oberen Etage befinden sich die restlichen drei Lichter. Die Lichtfarbe ist angenehm und passend.

Sehr gut gelöst: Im oberen Stockwerk befindet sich ein leerer Fenster-/Türrahmen, über den ich mich beim Bau zuerst gewundert habe. Er dient dazu, das Kabel passend durchzuziehen. Die Beleuchtung wurde also schon beim Design “mitbedacht”.

Leider ist es auch hier so wie bei den anderen Häusern: Die Lichterkette hat diverse Modi, u.a. etliche Blinkmodi. Für eine gleichbleibende Dauerbeleuchtung - das wird das sein, was man bei Gebäuden üblicherweise möchte, muss man acht Mal durchschalten!

Zielgruppe

Mehrere Zielgruppen könnten sich hier angesprochen fühlen:

  • Für alle Japanfans dürften alle drei Sets interessant sein: Man sieht ihnen die japanische Anmutung an, ohne dass sie “auf Krampf” asiatisch oder japanisch gestaltet wurden.
  • Alle, die gerne moderne Gebäude bauen, dürften Spaß haben: Das kommt noch (viel) zu selten vor. Wer die Gebäude des Designers ohsojang kennt und gebaut hat, z.B. die The Bar oder die HEA-ON-JEA Villa -Villa dürfte auch hier zur Zielgruppe gehören - auch wenn die Ohjojang-Entwürfe viel größer sind.
  • Jeder, der Gebäude bauen und hinstellen möchte, aber nicht allzu viel Platz hat, dürfte hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen: Sie bieten ähnlich viel Bauspaß, brauchen aber deutlich weniger Platz. In dieser Kategorie gibt es ebenfalls noch eher wenige Sets. Ein Beispiel ist die “Traumhaus”-Serie von Forange , unter welcher beispielsweise das Wohnhaus , das Kaffeehaus oder der Blumenladen erschienen ist - übrigens ebenfalls mit leicht einzubauender Beleuchtung.
  • Alle, die gerne probieren möchten, ob sie in das Hobby einsteigen, nicht allzu viel Geld ausgeben möchten, aber dennoch interessante Bautechniken und schönes Interieur in Gebäuden bauen wollen, werden hier ebenfalls fündig.

Fazit

Das Japanese Tea Shop reiht sich sehr gut in die Reihe der bisher von Exe Sandbox bei CaDA erschienen Häusern ein. Sie lassen sich perfekt in eine Häuserreihe stellen, wobei sich dann beim “Summer Japanese Coffee Shop”, der dann mittig steht, nicht mehr das rechte Fenster öffnen und die Markise ausfahren lässt. Die Häuser lassen sich mit beiliegenden schwarzen Technik-Pins aneinanderstecken.

Die Teilequalität ist gut, die Bauerfahrung leidet aber streckenweise durch die, in der Anleitung schlecht dargestellten, erdigen und dunklen Farben, die in diesem Set zuhauf vorkommen. Unschön ist auch die Decke der zweiten Etage, die sich mit den Fliesen biegt.

Insgesamt empfinde ich das Japanese Tea Shop als das Schwächste der Reihe. Die beiden anderen wirken auf mich noch etwas raffinierter, moderner, “japanischer”, freundlicher. Die Farbzusammenstellung der anderen Gebäude macht die Bauerfahrung angenehmer und es sind keinerlei Probleme mit dem Bau aufgetreten - beim Teehaus ist es die für mich problematische Deckenkonstruktion.

Insgesamt macht das Set aber Freude und natürlich ist es fast ein Must-have für alle, die die anderen beiden Gebäude bereits besitzen.

Der USP aller drei Sets ist die moderne Gestaltung in Kombination mit dem kleinen Format. Jeder, der eine Straßenszenerie in kleinem Format bauen möchte, eine integrierte und auch noch eine einfach einzubauende Beleuchtungsfunktion ohne viel Elektro-Bastelei haben möchte, findet hier schöne Bauerfahrungen mit guten Steinen zu moderaten Preisen.

📚 Sonstiges
Exe Sandbox auf Instagram: https://instagram.com/exesandbox
Exe Sandbox Rebrickable Seite: https://rebrickable.com/users/ExeSandbox/mocs/
Exe Sandbox flickr Seite: https://flickr.com/photos/exesandbox/
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Danke fürs Lesen!